Ausgezeichnete im Spotlight: Ina Müller
Senior Sustainability Managerin
thermondo
Hat hier jemand Omnibus gesagt? Ein Thema, an dem sich viele in der Branche aufreiben. Nicht so Ina Müller. „Ja, die Omnibus-Verordnung mag ärgerlich sein“, sagt sie. „Sie bietet aber gleichzeitig die Chance, die gewonnene Zeit für die Implementierung konkreter Nachhaltigkeitsthemen zu nutzen.“ Dieses Denken zeichnet Ina aus: Sie verfügt über eine hohe Resilienz und innere Ruhe, versucht immer, flexibel zu bleiben. Das ist besonders in der aktuellen Lage hilfreich, weiß sie. Dann nämlich, wenn Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Politik manchmal in den Hintergrund rückt. „Rückschläge oder Widerstände gehören dazu, aber ich kann damit umgehen und einen kühlen Kopf bewahren. Ich versuche, flexibel zu bleiben und selbst aus schwierigen Situationen etwas Positives zu ziehen“, so die 31-Jährige.
Vom Modeeinkauf ins Nachhaltigkeitsmanagement
Dabei trifft Ina Entscheidungen durchaus sehr bedacht und bewusst, darunter auch den beruflichen Schritt ins Nachhaltigkeitsmanagement 2019. Zuvor war sie im Einkauf für ein Modeunternehmen tätig – und damit in einem Feld, das ihr immer mehr vor Augen führte, dass ihr Job eigentlich nicht mit ihren Werten und ihrem Lebensstil zusammenpasste. Sie machte einen klaren Cut und belegte einen Masterstudiengang in Sustainable Management an der Uppsala Universität in Schweden. Zwei Bachelor-Abschlüsse in International Management und Business [1] hatte sie schon in der Tasche. „Das Studium war super, um ein tiefes Verständnis für Nachhaltigkeit im organisationalen Kontext zu entwickeln und zu verstehen, wie Unternehmen zu einer nachhaltigeren Transition beitragen können. Der kritische Austausch mit meinen Kommiliton:innen war dabei extrem wertvoll“, erinnert sich Ina.
Engagement abseits des Schreibtischs
Und so legt sie auch in ihrer heutigen Rolle als Senior Sustainability Managerin bei dem Berliner CleanTech-Unternehmen thermondo viel Wert auf Austausch. „Nachhaltigkeit darf nicht im Silo stattfinden“, betont sie. Sie bringe ihr Know-how ein, aber ihr Ziel sei es, ESG fest in die Gesamtstrategie des Unternehmens zu integrieren und die Themen gemeinsam mit allen relevanten Abteilungen voranzutreiben. Inas Aufgabe ist dabei, sicherzustellen, dass nicht nur das Geschäftsmodell nachhaltig ist, sondern auch die Prozesse und Strukturen dahinter. Dafür arbeitet sie strategisch, identifiziert materielle Handlungsfelder, analysiert kontinuierlich regulatorische Änderungen und aktuelle ESG-Trends und setzt entsprechende Projekte um wie das ESG-Reporting und die Sicherstellung der Compliance mit allen gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung des Corporate Carbon Footprints oder eine verantwortungsvolle Lieferkette.
Bezeichnend ist auch Inas Einsatz abseits des Schreibtischs. „Bezeichnend ist auch Inas Einsatz abseits des Schreibtischs. Für „Lunch & Learn“, einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe für Mitarbeitende bei thermondo, brachte sie Branchen-Promis zusammen, um im Austausch Mythen rund um erneuerbare Energien zu entkräften, die Rolle der fossilen Lobby zu verstehen und die unternehmerische Verantwortung in puncto Nachhaltigkeit in den Blick zu nehmen. “ Auch bei regelmäßigen themenbezogenen Filmabenden oder der Organisation des Globalen Klimastreiks in Berlin schafft sie bei Kollegen und Kolleginnen nicht nur ein Bewusstsein für ihr Thema, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl. Ihre Herangehensweise ist dabei ein weiterer Beleg für Inas Resilienz: „Da meine Ressourcen begrenzt sind, achte ich bei der Organisation darauf, dass die Projekte keine oder nur geringe Kosten verursachen und mit wenig organisatorischem Aufwand umzusetzen sind. Kreativität ist hier entscheidend!“
Bild: Ina Müller privat; Text: Julia Bröder; LinkedIn: Ina Müller | LinkedIn