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Dr. Zoe Rost

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Ausgezeichnete im Spotlight: Zoe Rost
Team Lead Corporate Sustainability Services
DEKRA Assurance Services GmbH

„Zoe, deine Motivation ist echt! Du beeindruckst mit klarem Wertekompass und menschlicher Führung – und hältst dabei jeden Ball gekonnt in der Luft. Hut ab!“

Eigentlich wollte Dr. Zoe Rost in China durchstarten. Sie studierte BWL und Sinologie in Konstanz zu einer Zeit, in der viele mittelständische Unternehmen den Schritt nach Asien gingen. Doch ihr Auslandsjahr in Beijing und Shanghai veränderte ihren Blick. „Der Unterschied zwischen den Umwelt- und Sozialstandards, die ich aus Europa kannte, und denen, die ich vor allem im ländlichen China erlebte, waren für mich ein Wendepunkt.“ Sie verlegte ihren Studienschwerpunkt auf Corporate Social Responsibility (CSR) und Entwicklungszusammenarbeit – der Einstieg in die Welt der Nachhaltigkeit und zugleich die Grundlage für die Haltung, die sie heute vertritt: Es geht bei nachhaltigem Handeln nicht nur um Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch um soziale Verantwortung, Gerechtigkeit, Inklusion. 

Chancengerechtigkeit, Vielfalt, equal opportunities.

Sie selbst ist ein gutes Beispiel: Als alleinerziehende Mutter arbeitet sie in Teilzeit in einer Führungsrolle. Zudem ist sie aufgrund einer Erkrankung gehörlos – braucht, wenn sie auf Konferenzen spricht, eine besonders gute Akustik und in Meetings klare Regeln. „Das entspricht nicht dem klassischen Bild von Karriere und beruflichem Erfolg“, sagt Zoe. „Aber genau das gehört eben auch zu Nachhaltigkeit: Chancengerechtigkeit, Vielfalt, equal opportunities.“

Dass sie ihre Möglichkeiten nutzt, hat Zoe indes auf beeindruckende Weise bewiesen. Nach dem Bachelor-Studium machte sie einen Master in Organic Agriculture and Food Systems an der Universität Hohenheim, lernte namhafte Unternehmen wie Lufthansa, KMPG, giz und Bosch von innen kennen und startete schließlich als Doktorandin für Nachhaltigkeitsmanagement bei ihrem heutigen Arbeitgeber DEKRA. 

Den Mittelstand verstehen und befähigen

„Damals waren wir ein kleines Team von Visionär:innen mit dem gemeinsamen Antrieb, Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu begleiten“, lacht sie. “Heute sind wir über 70 Kolleg:innen – und ich habe das große Glück, das Team Corporate Sustainability Services zu leiten.“ Die Aufgaben: strategische Themen der Unternehmensnachhaltigkeit, von der Entwicklung tragfähiger Nachhaltigkeitsstrategien über die Unterstützung bei ESG-Ratings und der Berechnung von Treibhausgasbilanzen bis hin zur Erstellung von Berichten gemäß gängigen Standards wie GRI, ESRS oder VSME. 

Der Fokus: Mittelstand. Zoe erklärt: „Mittelständische Unternehmen stehen häufig vor ganz anderen Herausforderungen als große Konzerne. Sie verfügen in der Regel über deutlich weniger Personal und Ressourcen, müssen aber mitunter dieselben komplexen regulatorischen Anforderungen erfüllen. Viele Mittelständler haben intern bereits viele tolle Maßnahmen und Initiativen umgesetzt, verfolgen das Thema Nachhaltigkeit aber (noch) nicht systematisch und strategisch. Häufig gibt es intern auch keine klar verantwortliche Stelle für Nachhaltigkeit, keine Governance Struktur und keine Gerichtsprozesse. „In solchen Situationen hilft es enorm, die realen Rahmenbedingungen und Zwänge des Mittelstands zu verstehen und eine Kommunikation auf Augenhöhe zu führen.“ Zoes Anspruch: praxisnahe und realistische Wege aufzeigen, wie Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag wirkungsvoll umgesetzt werden kann. 

Wie das geht, zeigt ein Projekt, das der 42-Jährigen gerade besonders am Herzen liegt und das in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg kommunale Betriebe dabei unterstützt, sich in die komplexe Nachhaltigkeitsregulatorik einzuarbeiten, insbesondere im Hinblick auf die Erfassung und Reduktion ihrer Emissionen.

Zoe genießt großes Vertrauen in ihrem Umfeld. So war sie, beauftragt vom DEKRA-Vorstand, verantwortlich für die Ermittlung von Status quo und Potenzialen in puncto Diversity. Auf globaler Ebene übernahm sie DEI-Verantwortung, bis eine passende Person für die Rolle gefunden war. „Es war unglaublich erfüllend zu sehen, wie viel wir in kurzer Zeit bewegen konnten.“ 

Zoes Wunsch ist es, dass Nachhaltigkeit in absehbarer Zukunft genauso selbstverständlich ist wie etwa Datenschutz oder Qualitäts-Management. Ein integrierter Bestandteil unternehmerischer Verantwortung und unternehmerischer Prozesse – unabhängig von weltpolitischen Dynamiken oder wirtschaftlichen Krisen.” Menschen, die das vorantreiben können, gibt es aus ihrer Sicht durchaus. „Ganz viele Menschen im Nachhaltigkeitsmanagement sind intrinsisch motiviert”, sagt sie und beschreibt ihre Kollegen und Kolleginnen als Überzeugungstäter:innen, die die Welt lieben, und positiv zu unserer Gesellschaft beitragen wollen.“ 

 

Bild: Zoe Rost; Text: Julia Bröder; LinkedIn: Zoe Rost | LinkedIn

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