Ausgezeichneter im Spotlight: Christian Fikentscher
Senior Vice President (SVP) – Head of Group Sustainability ProSiebenSat.1 Media SE
Nachhaltigkeitsmanagement im Umfeld großer Medienhäuser ist in vielerlei Hinsicht spannend – bei ProSiebenSat.1 hat Christian Fikentscher diesen Bereich in den letzten acht Jahren mit seiner Handschrift geprägt, zuletzt als Senior Vice President und Head of Group Sustainability. Als C-Level-Direct, nah am Vorstand und daher mit einer starken Hebelwirkung.
„Als Vierte Säule der Demokratie haben redaktionelle Medienhäuser eine hohe gesellschaftliche Verantwortung“, betont der 39-Jährige. Dessen seien sie sich bewusst. In diesem Sinne verantwortete er den Nachhaltigkeitsbereich, bestehend aus „Climate & Environment“, „Public Value & Corporate Citizenship“, „Diversity & Inclusion“ sowie „ESG Governance & Compliance“. Dafür hat er in den vergangenen Jahren ein Team aus sechs Personen aufgebaut und arbeitet zudem mit den Nachhaltigkeitsverantwortlichen in den verschiedenen Segmenten des Konzerns zusammen. Angestellt ist er hier noch bis Ende des Jahres. Dann wird es, so sagt er, „Zeit für etwas Neues“. Eine Rolle mit solch großer Verantwortung kann er sich erneut vorstellen – aber auch etwas ganz anderes.
Kostenlose Werbeflächen für Hilfsaktionen
Wie wichtig Christian vor allem der gesellschaftlich-soziale Schwerpunkt seiner Arbeit ist, zeigen verschiedene Projekte und Maßnahmen, die er vorangetrieben hat. So sorgte er in Zusammenarbeit mit dem Vermarkter des Hauses dafür, dass Werbeflächen kostenlos oder stark rabattiert zur Verfügung gestellt werden, um auf Hilfsaktionen wie im Ukraine-Krieg, nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei oder Hilfsaktionen in Nahost aufmerksam zu machen. Ein die Umwelt betreffendes Achievement seiner Arbeit ist beispielsweise die Einführung der neuen Fuhrparkrichtlinie zur E-Mobilität, mit verpflichtender Bestellung von reinen E-Fahrzeugen seit Mai 2023 als einer der ersten Konzerne in Deutschland – mit 100 Prozent Grünstrom zur Betankung, Ladesäulen am Campus und subventionierten Wallboxen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
CO2-Footprint? Auch der Handprint zählt!
Christian identifiziert sich sehr mit seiner Arbeit, das merkt man im Gespräch sofort. „Mir macht es Spaß, dass ich mich nicht nur mit der Reduktion unseres CO2-Footprints befasse, sondern auch mit der Gestaltung des Handprints“, sagt er mit großer Überzeugung. Und auch wenn redaktionelle Inhalte keinesfalls bei ihm liegen, so steht er hinter vielen Formaten des Hauses und hält sie auch im Sinne der Nachhaltigkeit für wichtig: Nachrichtensendungen speziell für junge Menschen, Reportagen und Kampagnen rund um Demokratie und politische Narrative, innovativ-kritische Konzepte wie „Joko & Klaas gegen ProSieben“. Er sei sicher, sagt Christian: Nachhaltigkeit wird ein Comeback erfahren, auch wenn das von Rechtspopulisten global häufig versucht wird zu verhindern. Umso wichtiger ist in seinen Augen ein funktionierendes Mediensystem, um weiterhin Probleme im Umweltbereich und im Sozialen unabhängig und objektiv zu beleuchten und Missstände aufzuzeigen. Ebenfalls Bestandteil des Handprint moderner Medienhäuser und gleichfalls Nachhaltigkeitsziel ist die Barrierefreiheit der Angebote mit Untertiteln, Audiodeskription, Gebärden- und leichter Sprache. Christian hat es geschafft, den Ausbau dieses Themas in die Vorstandsziele zu bringen und zu incentivieren.
Stiftung für Kinderhilfe
Für Christian ist es keine Frage, sich für eine nachhaltige Gesellschaft einzusetzen – auch über den Job hinaus. Bereits im Elternhaus bekam er diese Werte vermittelt – seine Eltern sind Gründer einer eigenen gemeinnützigen Stiftung, die sich für Kinder und Jugendliche mit sozialen, finanziellen oder gesundheitlichen Nachteilen einsetzt. Seit 2012 ist er Vorstandsmitglied und wirkt so daran mit, dass jedes Jahr etwa zehn Projekte – lokal, regional und weltweit – umgesetzt werden können. Ob Jugendhilfe, Bildung, Erziehung oder seelische und körperliche Unterstützung kranker Kinder: „Wir leisten Hilfe stets dort, wo sie uns am Dringlichsten erscheint“, sagt Christian. Außer in der Wolfgang R. Fikentscher-Kinderhilfestiftung engagiert er sich als Beiratsmitglied bei dem Verein StartSocial, der unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers jedes Jahr 100 sozialen Initiativen kostenlose Beratung durch 200 Coaches aus der Wirtschaft stellt. In der Anfangszeit war Christian selbst Coach, heute ist er immer noch begeistert: „StartSocial verbindet Menschen, die einen Beitrag zum Miteinander in unserem Land und darüber hinaus leisten möchten, indem sie sich ehrenamtlich engagieren. Die konkrete Unterstützung einzelner Initiativen ist in den vergangenen zwanzig Jahren zur Keimzelle für gesellschaftlichen Wandel geworden.“
Bild: Benedikt Müller; Text: Julia Bröder; LinkedIn: Christian Fikentscher | LinkedIn