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Bastian Bach

BastianBAch_Nadine Hoffmann

Ausgezeichneter im Spotlight: Bastian Bach

„Bastian, mit Gelassenheit und Fokus navigierst du durch komplexe Nachhaltigkeitsanforderungen – und verlierst dabei keinen Stakeholder aus dem Blick. Dein Herz schlägt für den einen ohne Stimme: die Umwelt.“

Bastian Bach hat als Nachhaltigkeitsmanager bereits einige große Unternehmen von innen gesehen: Deloitte, Accenture, Schneider Electric, Siemens. Zuletzt war der heute 50-Jährige Head of Sustainable Development bei dem Metall- und Chemieunternehmen Grillo-Werke AG. 

Eingeschlagen hat der studierte Sicherheitsingenieur, der als Kind eigentlich zur Berufsfeuerwehr wollte, seinen Weg in Richtung Nachhaltigkeit bei Thysenkrupp Steel. Dort kümmerte er sich zunächst um Umweltschutz und kam schnell mit Themen wie Produktnachhaltigkeit und Ökobilanzierung in Kontakt. Schon im Studium habe er gemerkt, dass sein „Herz mehr für den Stakeholder ohne Stimme – die Umwelt“, schlägt. Die Geburt seiner Töchter hätten seinen Gedanken daran, zukünftigen Generationen „überhaupt noch ein würdiges Leben zu ermöglichen“, noch bestärkt. 

Occasional Applaus on Earth Day

Was ihn über all die Jahre in unterschiedlichen Positionen und Branchen immer an seinen Aufgaben gereizt hat? „Dass man mit nahezu allen Funktionen in Kontakt tritt, denn alle müssen einen Beitrag leisten. Im Endeffekt arbeitet man auf den Idealzustand seiner eigenen Abschaffung hin, wenn alle ihren nötigen Anteil erkannt haben und die Räder von allein ineinander greifen.“ Charmant: Bastian bleibt dabei sympathisch ironisch. Was ein Nachhaltigkeitsmanager können muss? Get everyone on board (including the C-suite, who doesn’t read your reports). Handle greenwashing risk, but make it „sound inspiring“. Educate your colleagues, again, on what Scope 3 is. Das nur zum Beispiel. Was man dafür bekommt? The privilege of „driving purpose“. A desk near the fire exit. Occasional applause on Earth Day. So seine Zusammenfassung, inspiriert von Anje de Jager.

Mentor für den Nachwuchs

Doch Spaß beiseite: Bastian ist mit Überzeugung nicht nur selbst Nachhaltigkeitsmanager, sondern auch Mentor für den Nachwuchs. Seit vielen Jahren engagiert er sich in der Lehre an der Bergischen Universität Wuppertal, unterrichtet Studierende im Master Umweltschutz zu dem Themen Nachhaltige Entwicklung, Grenzen des Wachstums und Planetare Grenzen, Nachhaltigkeitsstrategien, nachhaltige Unternehmensführung und produktbezogenem Umweltschutz. Aktuell betreut er in diesem Zuge die sechste Abschlussarbeit in Folge. 

Neue Narrative außerhalb der Bubble

Auf welche Art von Arbeitswelt der so geförderte Nachwuchs treffen wird, ist derzeit eher unsicher, findet Bastian. Denn: Die fast analoge Wichtigkeit gegenüber der reinen Finanzwirtschaft, die das Nachhaltigkeitsmanagement einmal erlangt hatte, wurde gestoppt beziehungsweise zurückgedreht. „Wer vor diesem Hintergrund jetzt besser aufgestellt ist? Diejenigen, die dreist gar nichts unternommen haben und auf diese Entwicklungen gesetzt haben? Oder die, die sich einem Großteil der sogenannten Bürokratie schon gestellt hatten und jetzt eine Ausgangslage haben, in der sie immerhin deutlich genauer über ihre spezifischen Risiken und Chancen Bescheid wisse? Das wird sich zeigen“, so Bastian. Fest steht für ihn: Der aktuellen, weltwirtschaftlich herausfordernden Lage weltweit und den konservativ-rechten Strömungen und Machtsphären geschuldet, hat sich das Opportunitäts-Fenster jetzt doch schon wieder recht weit geschlossen, um volle Wirkung für die weiterhin massiv nötigen sozial-ökologischen Transformation zu entfalten. Umso dringender sei es, „bessere Narrative für die Allgemeinheit außerhalb der Susty-Bubble zu finden und zu nutzen, um die Chancen aufzuzeigen und die Ängste vor Veränderung zu nehmen.“


Bild: Nadine Hoffmann; Text: Julia Bröder; LinkedIn: Bastian Bach | Linkedin

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